Donnerstag, 28. Januar 2016

Deutsche Lebensqualität


Neulich im Kursraum von "Deutsch als Fremdsprache".


An der Wand ein Cluster zum Thema 'Leben im Ruhrgebiet':

- Förderturm, Bergwerk, malochen
- Kühe, mit dem Fahrrad am Rhein-Herne-Kanal fahren
- Autobahn, Frachtschiff, Straßenbahn
- Kiosk/ Bude
- auf Schalke gehen, Schrebergarten, Segelschiff, Einkaufszentrum Oberhausen
- Tauben züchten (Untertitel: "Das Rennpferd des kleinen Mannes")
- Kraftwerk, Duisburg Beeckerwerth
- Curry-Wurst, Rockkonzert, Kultur in einer Anlage


Daneben eine Auflistung von Klischees über (deutsche) Männer und Frauen:

Männer:

- hat Muskeln
- macht viel Sport
- sieht gern (Fußballspiele) fern
- isst viel und schnell
- trinkt viel Bier
- arbeitet fleißig
- macht Karriere
- liebt Autos
- duscht schnell
- machte beim Spielen komische Geräusche, als er Kind war
- will ein Held werden

Frauen:

- kochen gerne
- mehr sprechen als Männer
- lange einkaufen
- bunte Kleidung tragen
- Diät immer machen
- ins Café gehen
- Fingernägel sich lackieren
- lange Haare haben
- Make-Up machen
- Süßigkeiten essen
- ein Kind erziehen
- Klavier spielen können



Kommentare:

  1. Ich weiß nicht so genau was du mit dem Post aussagen möchtest. Ob es einfach nur eine Dokumentation ist, die zeigt wie weit verbreitet doch viele Klischees über die Deutschen sind oder ob du das zur Diskussion stellen willst und wie/über welchen Aspekt oder was auch immer, deshalb weiß ich auch gar nicht wie ich jetzt „treffsicher“ eine Antwort schreiben kann.

    Es hat ja jedes Klischee irgendwo seinen wahren Kern, in so weit als dass es in jeder noch so wenig den Klischees über sie entsprechenden Gruppe immer einen Bruchteil gibt, der den Klischees doch entspricht. Das ist normal so.

    Klischees über ein Volk oder eine Subgruppe werden natürlich auch medial erzeugt oder verbreitet. Sollte das ein Aspekt sein unter dem du das Thema gern diskutieren oder diskutiert sehen möchtest bin ich nur gering wortmeldefähig, ich habe seit über zwanzig Jahren weder TV noch Radio, nutze das Internet weniger als die meisten Leute, mein Handy ist ein internet-unfähiges Ding von ca. 2004 und wenn ich nicht wegen meiner Mutter Bereitschaft habe meistens aus, ich lese keine Zeitschriften, weil sie mich meist nicht interessieren, dasselbe gilt für Zeitungen, das von mir frequentierte Nachrichtenportal ist immer noch das Baden-Württemberger meiner Heimat und nicht derWesten oder was anderes regionales, folglich bekomme ich von solchen Effekten nicht all zu viel mit.

    Ich erinnere mich an eine Mindmap, die in einem Raum in einem Bildungszentrum aushing als ich in der Reha war. Das ließe sich vielleicht daneben stellen. Klischees über Geburtsbehinderte ( zum Beispiel „haben alle freien ÖPNV“ ) und Klischees über Spätbehinderte ( zum Beispiel „alles Jammerlappen“), das war ähnlich wie in deiner Aufzählung: einiges stimmt für einige, einiges stimmt für einige nicht, vieles wurde wahrscheinlich aufgrund medialer Prägung genannt. Das gleiche kann man teilweise beobachten in Angehörigenveranstaltungen von Kliniken oder Wohngruppen für psychisch Kranke. Ich schrieb teilweise weil ich einmal, da ging es um trockene Alkoholiker, auf so einer Liste las „verfressen“. Es stimmt, dass viele Betroffene gerade in der ersten Abstinenzzeit um dem Suchtdruck nicht nachgeben zu müssen plötzlich viel futtern. In den Medien wird dieses aber nicht so erwähnt beziehungsweise wenn es vorkommt, dann nicht in Verbindung mit der Ursache, daher das teilweise, denn das ist kein von medialer Darstellung weiter verbreitetes Klischee.

    Bin mir wie gesagt nicht sicher ob diese Art Antwort irgendwie „treffsicher“ ist.

    So nebenbei fällt mir mal wieder auf, dass von den „Frauensachen“ wie meist in solchen Aufzählungen nichts auf mich zutrifft… und das als eine der wenigen weiblichen Kommentatoren hier, muss ich mich jetzt schlecht fühlen? ;) Täte ich natürlich nicht.)

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    1. Deine Anwort ist "treffsicher" ;) Ich fand es schlicht interessant und teilweise ziemlich ulkig zu lesen, wie Leute, die aus dem Ausland kommen, Deutschland und die Deutschen sehen.

      Über die mediale Verbreitung dieser Klischees im Ausland weiß ich leider auch nicht Bescheid (ich kenne beispielsweise nur die Bilder dieser Hitler-Merkel-SS-Verkleidungen, die es auf griechischen Demos gegeben hat).

      Genau so eine Mindmap war das. Ich glaub schon, dass den Kurstteilnehmern klar war, dass es sich eindeutig um Klischees handelt. Aber wie du schon geschrieben hast, haben diese fast immer einen wahren Kern.

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    2. Schön ;) Mir fällt noch ein, dass vielleicht sogar bewusst nach Klischees gefragt worden sein könnte, dann werden die Kursteilnehmer natürlich alles genannt haben, was sie irgendwo "gehört" haben. :)

      Ich habe ab und an mit ein paar Leuten, die jetzt Kurse machen oder für sich Deutsch lernen zu tun, da fällt mir, wenn ich so drüber nachdenke, häufig auf, dass die nachfragen wie was ist. Weil oft gemerkt wird, dass es nicht alles so ist wie zum Beispiel in den Unterlagen, die die bekommen. Häufige Frage war zum Beispiel mal "Wann heiratet ihr?" weil in den Unterlagen, die bekommen worden waren stand, dass eine Frau und ein Mann die immer zusammen sind verlobt seien. Was ja nicht immer zutrifft, aber sich auch als Klischee herausbilden kann, wenn zum Beispiel gar keine Kontakte zu Einheimischen da sind und alles nur aus den Unterlagen erfahren wird. Oder es gab auch Leute, die - natürlich, machen ja viele Leute im Ausland - dachten, dass deutschsprachige Musik immer nur Schlager bedeutet, die waren dann regelrecht überrascht, dass es auch anderes gibt und nicht diese Oktoberfest-Ballermann-etc.-Atmosphäre oder Klassik/Oper als alleinige Wahrheiten.

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  2. Männer:

    - hat Muskeln (sind vorhanden, aber überschaubar)
    - macht viel Sport (1x die Woche schwimmen, manchmal bissl Krafttrainig, aber könnte mehr sein)
    - sieht gern (Fußballspiele) fern (niemals!)
    - isst viel und schnell (nope, eher wenig)
    - trinkt viel Bier (selten)
    - arbeitet fleißig (nur wenn es selbstbestimmt ist)
    - macht Karriere (Familie, Hobbys sind mir wichtiger)
    - liebt Autos (auf keinen Fall)
    - duscht schnell (jap!)
    - machte beim Spielen komische Geräusche, als er Kind war (öhm. Müsste ich nachfragen^^)
    - will ein Held werden (bin ich doch schon. hehe.)


    Hmm. Trifft bei mir auch nur bedingt zu. So ist das mit den Klischees. Sie sollen Ordnung ins Chaos bringen, wo vielleicht gar keine Ordnung existieren soll.

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    1. Interessant; ich hab mich auch direkt abgeglichen mit der Liste. Und bin zu dem gleichen Ergebnis gekommen wie du. Ich glaube, eine Person, die jeden dieser Punkte erfüllen würde, würde mir ziemliches Unbehagen bereiten. :D

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  3. promenadenmischung5. Februar 2016 um 20:48

    das is jetzt aber Satire – weil in Echt wärs gruselig ;-(

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