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Donnerstag, 28. Juli 2016

Von der Korrelation zwischen Profilbild und politischer Gesinnung




Es gibt ein Internetphänomen, das mir seit mindestens einem Jahr verstärkt auffällt: 

Leute, die in sozialen Netzwerken rechte, rechtskonservative oder zumindest bürgerliche Stammtischsprüche abdrücken, haben frappierend häufig Fotos von ihren Hunden, Katzen und Kindern als Profilbild (bei Herren auch gerne Autos und Fußballmotive).

Wie kommt das?

Wollen sich die besorgten Bürger, oder auch Schüler der „hohen Schule des Lebens“, die bei „geht dich nix an“ arbeiten, der digitalen Transparenz den Stinkefinger zeigen und sich nicht zum gläsernen Bürger machen lassen?

Wollen sie die Anonymität wahren, um sich ohne Hemmungen schriftlich austoben zu können, zwar nicht in einem rechtsfreien Raum, dafür aber abgeschirmt von einer möglichen realen und spürbaren Missbilligung der eigenen Person?

Wollen sie ihre Verwundbarkeit minimieren und Angriffsflächen bezüglich ihres Aussehens gar nicht erst bieten?
 
Oder ist ihnen einfach in ihrem beschränkten Mikrokosmos nichts wichtiger als das heimische Biedermeierglück, bestehend aus Haus, Hund und Familie?


Ich weiß es nicht. Ich kann nur sagen, dass ich Leute nicht ernstnehmen kann, die Posts mit den Schlagwörtern "linksgrünversifft", "Sozialromantiker" und "RESPEKT FÜR IHRE MEINUNG!!!" hinterlassen; erst recht nicht, wenn diese in Kombination mit einem putzigen Golden Retriever oder den Balkonblumen als Profilbanner auftauchen.

Donnerstag, 3. März 2016

Verlogene Internetdebatte Folge 1347

 
vie Blogrebellen.de

Politikerbashing geht immer. Als Lieblingsfeind des Deutschen kann dieser keine Verfehlung begehen, die nicht von einem empörten Wutbürgermob mit einer ganzen LKW-Ladung Dreck über sein Haupt belohnt würde. Der Politiker, der sonst für jene Meute als willkommener Sündenbock für jegliches Ungemach und persönliche Befindlichkeiten fungiert, wird beruflich und gesellschaftlich zerstört, sobald er selbst es wagt, einen Schritt vom rechten Wege abzukommen. 

Volker Becks Meth-Geschichte ist wieder mal ein sehr gutes Beispiel für diese in sozialen Netzwerken immer wieder perpetuum-mobile-artig hochschäumende Dynamik. Ja, Crystal Meth ist eine gefährliche Scheißdroge, ja, als Person im politischen Amt sollte man im besten Fall eine lupenreine Weste präsentieren. Doch der Anlass wird mal wieder dazu genutzt, sich belogen und betrogen zu fühlen, "von den feinen Herren da oben". Meine Güte, das weiß doch jeder, dass Politiker in den seltensten Fällen das Idealbild des selbstlosen, heiligen Volksvertreters erfüllen, warum gibt es denn dann immer wieder so ein Heulen und Zähne klappern, wenn eine längst vermutete und unterstellte Entgleisung in die Öffentlichkeit gerät?

Weil es so gut tut, sich künstlich zu echauffieren und gleichsam giftige wie verurteilende Botschaften auf dem FB-Profil desjenigen zu hinterlassen, der es gewagt hat, den deutschen Wähler und Steuerzahler mit seiner menschlichen Fehlbarkeit zu hintergehen.